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3. Februar 2017

Endlich Nichtraucher – so habe ich es geschafft!

In diesem Beitrag stelle ich meinen Weg zum Nichtraucher vor.

Bevor wir einkaufen fahren – „Lass noch eine rauchen“. Auf dem Parkplatz vom Supermarkt angekommen – „Lass noch eine rauchen bevor wir reingehen“. Nach dem Einkauf auf dem Parkplatz während des Einpackens der Einkäufe steckt auch eine Zigarette in meinem Mund. Zuhause angekommen, alles ausgepackt – „Puh das war anstrengend, lass uns eine rauchen“. Solche Situationen waren bei mir vor mehr als 1,5 Jahren Programm. Es gab immer eine Situation in der man rauchen konnte oder wollte.
Heute bin ich Nichtraucher und habe das letzte Mal vor mehr als 1,5 Jahren eine Zigarette geraucht. Warum ich aufgehört habe und was sich verändert hat möchte ich euch heute erzählen.
Warum habe ich aufgehört?
Einen wirklichen Grund zum Aufhören gab es nicht. Mein Freund hat einen Monat vor mir aufgehört zu rauchen und ich habe dann nachgezogen. Wir wollten einfach nicht mehr rauchen. Und so kann man auch, meiner Meinung nach, nur aufhören. Wenn der Kopf nicht möchte, dann kann ich auch nicht aufhören. Dann brauche ich es auch gar nicht zu versuchen. Der Kopf muss bereit dafür sein.
Wenn ihr wegen dem Geld aufhören möchtet, dann schafft ihr es nicht, denn so viel Geld spart man nicht. Geld für Zigaretten war immer da, egal wie teuer eine Schachtel Zigaretten war. Dann hat man einfach auf andere Sachen verzichtet. Wir haben auch kein Geld durch das Aufhören gespart, denn wir haben uns einfach andere Sachen davon gegönnt. Man rechtfertigt auch jeden Einkauf mit „Ich rauche doch nicht mehr“. Man spart also wirklich nur Geld, wenn man es konsequent bei Seite legt. Laut der Nichtraucher-App auf meinem iPhone habe ich schon mehr als 3.200 € gespart. Diese 3.200 € habe ich für Beauty, Fashion, Kerzen und leckerem Essen ausgegeben.
Wenn ihr also wirklich aufhören möchtet zu rauchen, dann müsst ihr es zu 100% wollen. Es bringt auch nichts zu sagen, dass man ab Montag aufhört. Wenn man wirklich aufhören möchte, dann kann man auch sofort aufhören und nicht erst ab Montag.
Wie erging es mir in der ersten Zeit?
Ich habe ohne Hilfsmittel aufgehört zu Rauchen. In den üblichen Situationen, in denen man eine Zigarette geraucht hätte, fiel es mir besonders schwer. Diese Situationen waren z.B. beim Warten, arbeiten am PC, Beisammensitzen in netter Gesellschaft usw. Als Raucher kennt ihr diese Situationen in denen man sich intuitiv eine Zigarette anzündet. Man zündet sich aber in diesen Situationen eine Zigarette aus Gewohnheit an, nicht weil man das Verlangen danach hat. Ich würde fast behaupten, dass ca. 60 % meines Zigarettenkonsums aus Gewohnheit und nicht aus Sucht entstanden sind.
Vor den Situationen auf der Arbeit hatte ich aber am meisten Angst. Vor der Arbeit eine rauchen und nach jeder Stunde eine Zigarettenpause. Man wurde durch die anderen Mitarbeiter ja auch animiert zum rauchen und es hat auch Spaß gemacht sich bei einer Zigarettenpause auszutauschen. Mittlerweile bekomme ich keinen Klatsch und Tratsch mehr mit. Da die Situationen auf der Arbeit für mich die größte Herausforderung darstellten, habe ich während meines Urlaubs aufgehört. Nach einer Woche bin ich dann schon einigermaßen entspannt ins Büro gegangen. Raucherpausen bin ich in der ersten Zeit vollkommen aus dem Weg gegangen. Mittlerweile gehe ich gerne mal mit raus um ein wenig Luft zu schnappen.
In den ersten Wochen drehten sich viele meiner Gedanken um das Thema Rauchen. In Stresssituationen habe ich mich selbst dafür gehasst, dass ich aufgehört habe zu rauchen, denn gerade dann hat mich eine Zigarette doch wieder beruhigt. Schwachsinn …. Das einzige, was mich beruhigt hat ist, dass ich mal abgeschaltet habe, raus gegangen bin und durchgeatmet habe. Eine Zigarette beruhigt doch nicht meinen Gemütszustand! Als Raucher denkt man dies aber.
Die erste Zeit als ehemaliger Raucher ist definitiv schwer und man muss all den Versuchungen widerstehen. Glücklicherweise hatte ich meinen Freund, der auch aufgehört hat. Somit haben wir uns gegenseitig motiviert. Auch meine lieben Kollegen auf der Arbeit haben meine Phase ganz gut „durchgestanden“ und mir nie eine Zigarette gegeben, auch wenn ich mal gebettelt habe.
Am besten erzählt man so vielen Menschen wie möglich im Umkreis, dass man aufhört. Das erhöht den Druck und man möchte nicht versagen. Genauso erging es mir auch. Ich wollte mir einfach nicht die Blöße geben und sagen, dass ich doch wieder rauche.
Was hat sich seitdem verändert?
Es hat sich extrem viel verändert, kommen wir aber erst einmal zu den Fakten laut meiner Nichtraucher-App:
• Mein Blutdruck und Puls haben sich normalisiert.
• Die Körpertemperatur von meinen Händen und Füßen hat sich normalisiert.
• Der Kohlenstoffmonoxid- und der Sauerstoffspiegel in meinem Blut sind auf ein normales Niveau gesunken.
• Mein Raucheratem ist verschwunden.
• Bereits nach 24 Stunden ist mein Herzinfarkt Risiko gesunken.
• Die Rezeptoren für Geruch und Geschmack regenerieren sich. Ich kann inzwischen Essen besser schmecken und auch Düfte leichter wahrnehmen.
• Mein Blutkreislauf hat sich stabilisiert, Bewegung fällt mir deutlich leichter und die Lungenfunktion hat sich um rund 30% erhöht.
• Die Hustenanfälle haben sich reduziert, Kurzatmigkeit und Abgeschlagenheit sind vermindert. Die Flimmerhärchen auf der Lunge funktionieren wieder normal.
• Das Risiko einer koronaren Herzerkrankung ist jetzt nur noch halb so hoch wie das Risiko eines Rauchers.
Mit Sicherheit interessiert euch aber auch was ich laut App gespart habe. Als Nichtraucher habe über 3200 € und mehr als 1 Monat Zeit gespart und ich habe mehr als 11.000 Zigaretten nicht geraucht. Ich habe fast 9 g Nikotin, fast 100 g Kohlenmonoxid und mehr als 110 g Teer nicht aufgenommen.
Wie schon oben erwähnt habe ich die 3200 € für andere Dinge ausgegeben. Wer also denkt, dass er mit dem Aufhören super viel Geld sparen kann, kann sich schnell täuschen. Ja man spart Geld, aber nur wenn man das Geld jeden Tag oder jeden zweiten Tag, je nachdem wie viel man geraucht hat, beiseite legt. Ich habe keine volle Spardose sondern habe mir einfach tolle Dinge davon gekauft.
Besonders spannend finde ich die eingesparte Zeit. In 1,5 Jahren hätte ich mehr als 1 Monat davon, also ca. 30 Tage und somit über 720 Stunden mit Rauchen verbracht. 720 Stunden hätte ich fürs Rauchen vergeudet! Natürlich raucht man oft eine Zigarette nebenbei und somit hat man die Zeit nicht vergeudet. Aber oft kann man nicht nebenbei rauchen (z.B. auf der Arbeit) und dann ist es Zeit, die einem für andere viel schönere Dinge fehlt.
Was mir besonders aufgefallen ist, ist, dass sich meine Haut verändert hat. Als Raucher hat man eine gräuliche und blasse Gesichtsfarbe. Zusätzlich haben Raucher eine faltigere Haut als Nichtraucher. Somit wirkt man auf andere Menschen älter. Meine Haut ist mittlerweile rosiger, sieht frischer aus und ich habe das Gefühl, dass ich viel weniger Unreinheiten und Pickel habe. Früher hätte ich mich nie getraut ungeschminkt aus dem Haus zu gehen. Mittlerweile habe ich keine Probleme damit auch mal auf Foundation, Concealer usw. zu verzichten.
Auch die Farbe meiner Zähne hat sich verbessert. Ich würde sagen, dass ich nie besonders gelbe Zähne hatte, aber nach und nach werden meine Zähnchen heller.
Das gesamte Wohlbefinden hat sich deutlich verbessert. Man sieht gesünder aus, die Klamotten stinken nicht nach Rauch und das Essen schmeckt viel besser. Man nimmt Gerüche und Geschmäcker viel besser und intensiver wahr.
Aber natürlich gibt es gerade bei Frauen einen großen Nachteil wenn man aufhört. Viele Frauen sagen „Ich will ja nicht zunehmen“. Man sollte sich nach dem Aufhören auch mit seiner Ernährung befassen. In den Situationen, in denen ich sonst geraucht hätte, habe ich etwas gegessen. Und meistens ist es nicht gesunde Nahrung gewesen, zu der ich gegriffen habe. Dadurch habe ich natürlich auch deutlich zugenommen. Man muss sich Alternativen zum Rauchen suchen.
Es gibt einige Gründe, um mit dem Rauchen aufzuhören. Ich möchte mit diesem Beitrag niemanden dazu drängen mit dem Rauchen aufzuhören. Man muss es wollen und nur dann hat man Erfolg. Und wenn ich es geschafft habe, dann schafft ihr es auch, wenn ihr es wollt.

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